Sonntag, 11. April 2010

Die Band "Unheilig"

Für die verhetzten Erwerbslosen und vor allem die, die sie (ver)hetzen:



Das folgende Lied stelle ich für meinen verstorbenen Bruder ein. Am 17.12.2009 habe ich noch mit ihm gealbert. Am 18.12.2009 ist er gestorben. Am 21.12.2009 haben wir es erfahren. Uns Geschwistern war es nicht geheuer, dass wir nichts mehr von ihm hörten. Er auf den Anrufbeantworter nicht reagierte. Wir wohnen in anderen Städten. Unser Auto ist kaputt. Wir haben die Polizei gerufen, die uns seinen Tod bestätigte. Ich danke einem auskunftsfreudigen Polizisten und einer Dame der Gerichtsmedizin, die mir ihre Eindrücke schilderten. Die Wohnung glich einem Schlachtfeld. Das sah nach einem Todeskampf aus. Ich habe es gesehen. Er hat wohl keine Zeit mehr gehabt Hilfe zu holen. Ich glaube, nach seinen hinterlassenen Botschaften und den Ärzteberichten, dass er nicht mehr leben wollte.



Ich habe keine Ahnung wie lange ich brauchen werde, bis ich seinen Tod verwunden habe. Es war der Vollschock in meinem Leben. Alles, was bisher geschah, konnte ich verkraften. Mir fehlen jetzt die Worte. Manchmal ist es besser zu schweigen. Danke an "Unheilig" für die zutreffenden Lieder. Danke an Andy, der mich darauf aufmerksam gemacht hat.

Damit es weiter geht im Leben:


"Unheilig" hat den Gothic-Ruf. Einen "Ruf" zu haben bedeutet, dass man sich einen Namen gemacht hat. Ist der Ruf mal ruiniert....Mir gefallen die Texte dieser drei Lieder. Sich mit dem Tod auseinanderzusetzen ist schwer. Dazu gehören Zweifel. Erinnerungen. Rotz und Wasser zu heulen. Das muss heraus. Ich erlaube mir das. Ganz ungothic. Der Tod gehört zum Leben dazu. Die meisten Menschen ignorieren ihn. Weg und Tschüß. Ich erlaube mir meine Trauer. Ich ging unschwarz zur Urnenniederlassung. Bunt. Mein Bruder mochte die Farbe schwarz nicht. Meine Schwester trug einen schneeweißen Mantel. Alle anderen trugen schwarz. Dann waren sie die "Gothics"? Lassen Sie Ihre Trauer zu. Schieben Sie das nicht von sich weg.

Die Kinder vermissen ihren unkonventionellen Lieblingsonkel.

6 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

WOW !!! Gänsehaut!

Ich bin grad durch meinen unheilig-fanclub.net auf Euch aufmerksam geworden ...
Ich glaub, ich muss mich bei Euch mal anmelden, habe selbst zwei Kids und könnt bei Euch jede Menge dazu finden ...
Finde das hier sehr ansprechend ... !!!
Kann nur im Moment nicht weiter vertiefen, da Kids bald aus Schule und noch jede Menge zu erledigen *denkdenk* ;-))
Bis denn mal ... !!! bienchen71

E.B.M hat gesagt…

Vielleicht hilft ja auch einmal ein Blick über den "Teller-Rand" - in Sachen Trauer-Verarbeitung?

In sehr vielen Gesellschaften werden das Thema Tod und Abschied nicht wie bei uns, aus der Perspektive der Hinterbliebenen betrachtet, sondern vielmehr aus Sicht der Verstorbenen.

Wir trauern um einen VERLUST.

Andere FEIERN den Reichtum eines LEBENS. Quasi einen Personen-Kultfeier zu EHREN des Verstorbenen.

Ich wünsche mir auch später, wenn es so weit ist, dass meine Familie - meine Hinterbliebenen - mein vergangenes LEBEN feiern und mich so in ihrer Erinnerung behalten.
Das fänd ich toll.

Man soll in "schönen Momenten" an mich denken - und nicht monatelang um mich trauern... Das Leben geht weiter - und das soll es auch - egal ob ich dann "aktiv" oder "in Gedanken" DABEI BIN. ...

M hat gesagt…

"Ich erlaube mir das. Ganz ungothic."
Wieso das denn? Was ist denn bitte "ungothic"? Und, was ist dann "Gothic"? Nicht alle Gothics tragen schwarz ;)

Ich höre sehr viel Gothic Musik und zähle mich auch zur Gothic Szene. Würde man mir aber wahrscheinlich nicht ansehen. Die meisten würden wohl eher sagen ich bin ein Hippie... Unheilig mag ich nicht so, aus diversen Gründen, aber wenn einem die gefallen, dann empfehle ich mal ASP (hör mal bei "Wer sonst", "Ich bin ein wahrer Satan (nicht vom Titel abschrecken lassen), "Bioptopia" und das ganze "Zaubererbruder" Album (eine Vertonung des Buches "Krabat") und Janus (das ganze "Nachtmahr" Album) anzuhören. Weiter auch noch Samsas Traum und Mantus, die sind aber etwas sepzieller. Aber, von vornerein, ich bin mir sicher das die Musik nicht jedem zusagt.

Naja, eigentlich wollte ich nur sagen das ich mit der Darstellung von Gothics hier nicht einverstanden bin ;)

Schwalbe hat gesagt…

Danke ebm. Ich bin gerade dabei. Man durchläuft mehrere Stufen. Kennst du den Film "It's my party"?

Malchus, das war eine ironische Anspielung von mir. Alle Gothics sind..., alle Deutschen sind..., alle Italiener sind...., usw. Die Mucke von "Unheilig" kann ich gerade für mich gut gebrauchen. Sie gibt mir Auftrieb. Andere macht sie eher traurig oder depressiv und ganz davon ab war es mir schon immer wurscht, wer welchen "Ruf" hat.

M hat gesagt…

Gut, habe ich dar dem ernsten Thema falsch verstanden.

Le Houngan hat gesagt…

... hüte dich vor den falschen Propheten steht in der Bibel. Wer garantiert uns, dass das was man uns gelehrt hat richtig ist?
Vielleicht ist die kath. Kirche eine 2000 jährige Mafia die Gott langsam loswerden will.
Vielleicht ist es kein Wunder, dass ein Staat wie Haiti aufhören wird zu existieren. Alpha (1.1.1804) und Omega (12.01.2010) sind von Sternbild identisch.

Vielleicht sind Leute wie der Graf für uns alle ein Beispiel: wer seine eigene Form hat mit Gott und seinen Helfern und Helfeshelfern zu reden wird überleben. Ich praktiziere und ermutige alle ein ähnliches Licht in diese Welt zu setzen.

Von soviel Negativität wie in diesen Zeiten allein laufen wir alle Gefahr uns selbst auszulöschen: Negativität zieht Negativität an - der Komet muss gar nicht kommen - wir schaffen es uns vorher zugrundezurichten...

Lieber mal einen bunten Punkt setzen. D"El Dia de los Muertos" in Mexico gleich. Auch und grade auf einer Beerdigung. Alors en dance!

Lichtvolle Grüsse und Trost von den Cherubinen und Seraphinen an die die trauern. Und ja: es hat noch alles einen Sinn